Warum die Nord-Andaman-Region gerade wieder ganz oben auf der Wunschliste steht
Wenn du über eine hochwertigere Tauchreise nach Thailand nachdenkst und nicht einfach „irgendwas mit Fischen“ buchen willst, landet die Nord-Andmaan-Region fast automatisch auf dem Zettel. Similan- und Surin-Nationalpark, dazu Koh Bon, Koh Tachai und Richelieu Rock – das ist die Champions League der Tauchspots vor der Nordwestküste Thailands in der Andamanensee. Ausgangspunkte sind meist Khao Lak oder Phuket, von dort geht es mit Schnellboot oder Safarischiff raus.
Hier tummeln sich Mantas, mit etwas Glück Walhaie, dazu gesunde Hartkorallenfelder, klare Sicht und ein recht konsequenter Schutzstatus durch die Nationalparks. Genau das macht die Region für anspruchsvolle Taucher spannend, die ihre Reise bewusst planen: Wann sind die Sichtweiten am besten? Wie sieht es 2025/26 mit dem Riffzustand aus? Welche Bootsoption passt wirklich zum eigenen Niveau?
Aktuelle Safaripläne, Boot-Reports und Rückmeldungen aus der Saison 2024/25 zeigen: Die Region ist stark zurück im Spiel. Riffe haben sich nach früheren Schließungen gut erholt, Regeln wurden verschärft, die Chance auf Großfisch ist je nach Saisonfenster sehr ordentlich. Aber klar: Mantas gibt es nicht auf Knopfdruck – auch wenn es sich im Kopf manchmal so anfühlt, wenn man den Flug schon bezahlt hat.
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Similan, Surin, Koh Bon, Koh Tachai und Richelieu Rock: Was diese Spots aktuell wirklich liefern
Die Namen klingen nach Tauch-Bingo, aber jeder Spot hat seine ganz eigene Persönlichkeit – und 2025/26 stehen die Karten ziemlich gut.
Similan Islands: Granitblöcke, Fischkino und erholte Riffe
Die Similan Islands sind der Inbegriff von Andaman-Tauchen: riesige Granitblöcke, geschwungene Canyons, weicher Bewuchs, Fischschwärme, die dir manchmal gefühlt das Licht ausknipsen. In der Hauptsaison sind die Sichtweiten häufig exzellent, 20 bis 30 Meter sind eher normal als Ausnahme. Strömung gibt es, aber meist so, dass fortgeschrittene Taucher damit gut klarkommen.
Nach zeitweisen Schließungen und strengeren Limits haben sich die Riffe sichtbar erholt. Viele Hartkorallen sehen wieder gesund aus, auch wenn nicht jede Ecke bilderbuchartig ist. Wichtig: Die Inseln liegen in einem Nationalpark, Besucherzahlen sind begrenzt, Boote brauchen Genehmigungen – das nervt ein bisschen bei der Planung, schützt aber das Riff.
Surin Islands: Entspannte Naturbühne mit Hartkorallen-Bonus
Die Surin Islands fühlen sich oft eine Spur ruhiger und „back to nature“ an. Weniger Trubel, oft weniger Boote, mehr Robinson-Crusoe-Gefühl. Unter Wasser punkten sie mit weiten Hartkorallenfeldern und vielen gemütlichen Tauchgängen ohne Dauer-Adrenalin.
Wer entspanntes Tauchen, Naturfokus und eher ruhigere Spots mag, fühlt sich hier meist wohler als auf den klassischen Similan-Routen. Für Macro-Fans und Fotografen ist die Kombination aus Korallenteppichen und kleinem Getier ein ziemlich solides Spielfeld.
Koh Bon & Koh Tachai: Großfisch-Stationen mit Strömungspunch
Koh Bon und Koh Tachai sind die typischen Manta-Hotspots der Region. An den Kanten und Plateaus liegen Putzstationen, an denen sich die Riesenrochen von Putzerfischen „bedienen“ lassen – ein ziemlich hypnotischer Anblick, wenn es läuft. Dazu kommt immer wieder Großfisch, von Jacks über Barrakudas bis zu gelegentlichen Haien.
Die Kehrseite: Strömung. Hier solltest du eher Strömungsliebhaber als Badewannen-Tauchher sein. Gute Briefings, Bojenhandling und ein sicheres Gefühl im Wasser sind Pflicht. In den Saisonspitzen sind die Chancen auf Manta-Sichtungen aktuell gut, aber es bleibt eine Chance, keine Garantie. Das Meer ist kein Freizeitpark mit Rückgaberecht.
Richelieu Rock: Mehr Unterwasser-Disco als stilles Kämmerchen
Richelieu Rock ist das Sahnehäubchen. Ein einzelnsr Fels mitten im Meer, umgeben von Weichkorallen, Anemonen, Fächern, Schwärmen in allen Formen. Wenn die Sonne richtig steht, wirkt alles wie eine Unterwasser-Disco statt ein stilles Kämmerchen.
Berühmt ist Richelieu vor allem als Spot mit sehr soliden Walhai-Chancen. In den letzten Jahren wurden während der Hauptsaison wieder vermehrt Sichtungen gemeldet. Trotzdem bleibt auch hier: saisonabhängig, nie versprochen. Selbst ohne Walhai ist der Platz spektakulär – Macro-Leben, Jäger-Beute-Szenen und eine Farbenexplosion, die jeden Speicherchip schnell füllt.
Unterm Strich ist die Region 2025/26 vor allem wegen dieser Mischung spannend: Großfisch wie Mantas und Walhaie, noch recht gesunde Hartkorallenfelder (vor allem rund um Surin), hervorragende Sicht in der Hauptsaison und ein strengerer Schutzstatus durch die Nationalparks. Gleichzeitig wurden Limits für Taucherzahlen und Bootsfrequenz angezogen, einzelne Spots schließen tageweise. Das nervt manchmal organisatorisch, erhöht aber Sicherheit und Umweltstandard.
Wer neben der Tauchsafari noch ein paar Tage in Khao Lak oder auf Phuket dranhängt, kann erneut HikersBay nutzen, um Hotelpreixe oder generelle Reisekosten einzuordnen und zu prüfen, ob die Strandbar der Wahl ins Budget passt.
Beste Reisezeit für Similan, Surin und Co.: Wann Mantas, Walhaie und Sichtweiten am meisten Spaß machen
Similan- und Surin-Nationalpark haben eine klar definierte Saison: Üblicherweise öffnen sie etwa Mitte Oktober und schließen um Mitte Mai herum. Die genauen Daten ändern sich etwas von Jahr zu Jahr, also vorher checken – bevor du Flug und Boot fix machst.
Grob sieht der Ablauf so aus:
- Saisonstart (Oktober/November): Meer manchmal noch unruhig, erste Trips, teils wechselnde Sichtweiten. Gut, wenn du etwas flexibler und schaukelfest bist.
- Hochsaison (Dezember bis März): Das beste Paket aus stabilerem Wetter, ruhigerer See und klarer Sicht. Genau das Zeitfenster, in dem viele Manta- und Walhai-Sichtungen gemeldet werden – natürlich ohne Garantie.
- Spätsaison (April/Anfang Mai): Mehr Wind, mehr Welle, häufiger Gewitter. Dafür oft etwas weniger Trubel an den Spots.
Je hochwertiger deine Tauchreise – sprich: je mehr Geld du in ein Liveaboard versenkst – desto wichtiger wird das Timing. Wer sich eine Woche Urlaub, Flug und Boot gönnt, möchte Mantas anschauen, nicht die Tablettenschachtel gegen Seekrankheit studieren.
Wie bei jeder cleveren Reiseplanung hilft es, über den Tellerrand zu schauen. Im Beitrag „Vietnam 2025/2026 ohne Wetterdrama“ geht es genau darum: Wer flexibel ist, gewinnt. Das gilt für Tauchreisen genauso.
Im Juni sind Similan und Surin meist schon dicht. Für Strandtage kannst du dann eher auf andere Regionen ausweichen – Inspiration liefert zum Beispiel der Artikel „Beste Strandziele in Asien im Juni“, wo Regenzeit plötzlich ziemlich charmant aussehen kann.
Persönliche Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle:
- Seekrankheit: Wenn du leicht seekrank wirst, plane lieber in ruhigeren Monaten und eher auf größere, stabilere Schiffe.
- Urlaubszeiten & Feiertage: Weihnachten/Neujahr, chinesisches Neujahr und europäische Winterferien sind voll und teuer. Boote sind schnell ausgebucht, Preise ziehen an.
- Klimadaten & Seegang: Nicht nur die Vorhersage kurz vor Abflug checken, sondern vorher einen Blick auf typische Wetter- und Seegangsmuster werfen. Dienste wie HikersBay mit Infos zu Klima, Wetter und bester Reisezeit geben einen guten ersten Überblick.
Mit gutem Timing schaust du Mantas beim Kreisen zu, statt dich an Deck mit Ingwertee und Tabletten zu beschäftigen.
Tagestour oder Liveaboard? So planst du deine Premium-Tauchreise ohne Reue
Vor der Buchung steht die Grundsatzfrage: Tagestouren ab Khao Lak oder Phuket – oder gleich mehrere Tage auf dem Boot wohnen?
Was bedeutet Liveaboard überhaupt? Du lebst für mehrere Tage auf einem Schiff, schläfst an Bord, hast meistens drei bis vier Tauchgänge pro Tag und kommst früh morgens und spät nachmittags an die Top-Spots, wenn die Tagesboote noch oder schon wieder auf der Fahrt sind. Typische Routen führen über Similan, Koh Bon, Koh Tachai, Richelieu Rock und teils Surin.
Vorteile Liveaboard:
- Mehr Tauchgänge in kurzer Zeit
- Oft die besten Uhrzeiten an den Hotspots
- Entspannteres Tempo, kein tägliches Hin-und-her-Fahren
- Gute Chancen auf Remote-Spots wie Richelieu Rock mit weniger Andrang
Nachteile: Höherer Preis, weniger Flxeibilität, geteilte Kabinen, enger Raum und für totale Einsteiger manchmal etwas viel auf einmal.
Tagestouren sind die leichtere Kost: günstiger, du schläfst im Hotel, bist flexibler, kannst einzelne Tage wählen oder mit nichttauchenden Partnern und Familie kombinieren. Dafür zahlst du mit längeren Bootsfahrten, weniger Tauchgängen pro Tag und eingeschränkter Reichweite. Richelieu Rock oder Surin als Tagestrip sind möglich, aber lang und anstrengend.
Konkrete Empfehlungen für unterschiedliche Typen
- Anspruchsvolle Taucger mit begrenzter Zeit und höherem Budget: Ideal sind 4–5 Tage Liveaboard mit Similan–Koh Bon–Koh Tachai–Richelieu Rock, plus 1–2 Tage an Land zum Ankommen und Entspannen.
- Einsteiger oder unsicher bei Seegang: Erst 1–2 Tagestouren testen. Wenn es gut läuft, später eine kürzere Mini-Safari von 2–3 Nächten anhängen.
- Unterwegs mit Familie/Nichttauchern: Strandurlaub in Khao Lak oder auf Phuket als Basis, dazu einzelne Tagestouren. Du kommst glücklich vom Boot zurück, während die anderen beim Pool liegen.
Auch bei Tauchreisen geht es um körperliche Belastung, Anpassung und Sicherheitsregeln. Der Beitrag „Höhenkrankheit im Himalaya: 7 Regeln…“ zeigt, wie wichtig Vorbereitung in herausfordernden Regionen ist – unter Wasser gilt das genauso, nur eben mit Tiefenprofil statt Höhenmetern.
Bevor du buchst, lohnen ein Blick auf aktuelle Boot-Reports, Safaripläne und Erfahrungsberichte. Achte auf Sicherheitsstandards, Gruppengröße, Tauchprofil, auch darauf, ob du deutschsprachige Guides brauchst oder nicht. Der günstigste Preis nützt wenig, wenn du dich an Bord unwohl oder unsicher fühlst.
Am Ende ist es simpel: Wenn du Reisezeit clever wählst, realistische Erwartungen an Mantas und Walhaie hast und ein Boot buchst, das wirklich zu dir passt, stehen die Chancen sehr gut, dass du von Similan, Surin und Co. mit einem breiten Grinsen zurückkommst – und mit dem Gefühl, jeden Cent deiner „Premium-Reise“ ausgekostet zu haben. Ohne Drama, ohne Stress, dafür mit sehr viel blau.

Spannender Überblick, vor allem der Hinweis, dass Similan und Surin gerade wieder „zurück“ sind, macht richtig Lust auf eine erneute Reise in die Region. Mich würde interessieren, wie ihr die Entwicklung des Tauchbetriebs seit den strengeren Regulierungsschritten (begrenzte Taucherzahlen, Saisonzeiten etc.) ganz konkret vor Ort wahrnehmt: Spürt man wirklich deutlich weniger Andrang unter Wasser, etwa an Plätzen wie Richelieu Rock? Und habt ihr den Eindruck, dass sich die Riffe und Großfisch-Populationen dadurch in den letzten Jahren sichtbar erholt haben, oder ist das eher ein langsamer, punktueller Prozess?
Danke dir, Adriana – genau diese Fragen schwingen ja oft mit, wenn man über ein „Comeback“ der Region spricht. Vor Ort merken wir an Hotspots wie Richelieu Rock tatsächlich klar weniger Boote gleichzeitig, aber vor allem hilft es, mit Safari-Booten zu reisen, die die Tauchzeiten sehr früh oder sehr spät legen – dann teilen sich oft nur zwei bis drei Gruppen den Platz. Die Erholung der Riffe ist sichtbar, aber wirklich uneinheitlich: Hartkorallen kommen vielerorts gut zurück, bei Großfisch ist es eher ein langsamer Trend nach oben, der stark davon abhängt, wie ruhig die jeweiligen Spots in der Nebensaison gelassen werden.